Editorial

Bericht des Rektors Hans-Ueli Ruchti


Wir blicken auf ein reiches Schuljahr zurück. Es ist gekennzeichnet durch einige Sonderanlässe, eine grosse Klärung im Baubereich, einen unliebsamen Entscheid für die Wirtschaftsmittelschule, einen glücklichen Entscheid für die Fachmittelschule, eine externe Evaluation und einen grossen Aufbruch in die nächste Phase der digitalen Transformation.

 

Text Rektor Hans-Ueli Ruchti

Illustration Monia Müller, 17gT

 

Bildung benötigt Zeit für die Vermittlung von Inhalten, für Wiederholungen und Vertiefungen, fürs Hinterfragen und den Prozess der Internalisierungen. Wir schätzen uns glücklich, dass die Gesellschaft trotz knapper Mittel nach wie vor bereit ist, diese grosse Investition in die zukünftige Lebensqualität zu tätigen. Dank einem fähigen und motivierten Kollegium und einer engagierten Schülerschaft verliefen die allermeisten Unterrichtslektionen erfreulich und die Lernziele konnten, soweit ich dies anhand der Zeugnisse und Abschlussprüfungen beurteilen kann, weitgehend erreicht werden.

 

Die Sonderwochen und Sonderanlässe sind eine wesentliche Ergänzung im Bildungsprozess und für viele Schülerinnen und Schüler Highlights im Schuljahr, die häufig zu unvergesslichen Erinnerungen an die Gymer-, bzw. FMS-, bzw. WMS-Zeit werden.

 

Bezüglich der Schulraumplanung sind wir mit düsteren Aussichten ins Schuljahr 17/18 gestartet, weil im April 2017 bekannt wurde, dass die mit der Fusion verbundenen, dringend notwendigen baulichen Massnahmen ein weiteres Mal hinausgeschoben werden sollen. Die angekündigte Verschiebung, bzw. Entfernung des Bauprojekts aus der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung hat viele Entwicklungsprojekte und die ganze Entwicklungsrichtung der Schule in Frage gestellt  und die Aussichten auf verbesserte Rahmenbedingungen unter sich begraben. Die Verunsicherung der Belegschaft war deutlich spürbar, die Klärung der Situation erhielt eine hohe Priorität. Die Verhandlungen um eine Wiederaufnahme des Bauprojekts in die Finanzplanung waren aufwändig und mitunter zermürbend. Umso glücklicher sind wir heute über das Ergebnis, das im April 2018 – genau ein Jahr später – feststand: Die beiden Standorte sollen nun definitiv mit Bezugstermin 2025 am Standort Schadau zusammengeführt werden.

Ich bedanke mich gerne an dieser Stelle bei all den Personen in den Ämtern, in der Politik, in der Kommission und natürlich im Kollegium, die die Schulleitung in diesem Prozess unterstützt haben. Der Schulbetrieb und die Schulentwicklung profitieren wesentlich von der nun geklärten Situation.

 

Die Wirtschaftsmittelschule (WMS) musste einen unliebsamen Entscheid hinnehmen.
Wir haben für den Erhalt des Angebotes gekämpft und geweibelt. Leider hat es nichts genützt. Aufgrund der seit rund drei Jahren knappen Aufnahmezahlen an die WMS hat der scheidende Erziehungsdirektor, Regierungsrat Bernhard Pulver, den drohenden Schliessungsentscheid für den Bildungsgang im Mai 2018 getroffen. Die WMS Thun startet demgemäss im August 2018 ihre letzte neue Klasse. Die bestehenden Klassen können trotz des Entscheides ihre Ausbildung bis am Schluss hier an der WMS Thun beenden. Dies bedeutet, dass im Sommer 2022 die letzten BM- und EFZ-Ausweise abgegeben werden.

Mit viel Engagement und Überzeugung ist über die vergangenen knapp 10 Jahre die Neuausrichtung der Wirtschaftsmittelschule als Vollzeitschule mit Berufsabschluss kaufmännisches Fähigkeitszeugnis kombiniert mit der Berufsmaturität in die Wege geleitet worden. Just jetzt will es der Arbeitsmarkt, dass sich das Berufsbild Kauffrau/Kaufmann stark wandelt. Dies zeigt sich eben auch dahingehend, dass die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse im gesamten kaufmännischen Berufsfeld rückläufig ist. Die Vollzeitangebote bekommen dies verstärkt zu spüren. Es tut weh, nach fast vierzig Jahren Handels- und später Wirtschaftsmittelschule diesen Ausbildungszweig aufgeben zu müssen.

 

Die Fachmittelschule (FMS) durfte einen glücklichen Entscheid entgegennehmen.
2016 wurde im Kanton Bern die Fachmaturität Pädagogik eingeführt. Dieses vierte FMS-Jahr, bestehend aus einem 6-wöchigen Vorpraktikum, 23 Wochen allgemeinbildendem Unterricht mit immersiven Elementen und einer Fachmaturitätsarbeit, öffnet den Absolventinnen und Absolventen den Weg ans Institut für Vor- und Primarschule (IVP) an der Pädagogischen Hochschule. Als Standort für den allgemeinbildenden Teil der Fachmaturität Pädagogik wurde zunächst Biel festgelegt. Die Nachfrage stieg kontinuierlich und als klar wurde, dass im Schuljahr 18/19 drei Klassen eröffnet werden können, wurde das Angebot auf die Standorte Bern und Thun erweitert. So dürfen wir nun nach den Herbstferien die erste Fachmaturitätsklasse Pädagogik – die 18fMA – bei uns begrüssen. Wir freuen uns!

Die Klasse 18fMA ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Klasse: So hat sie als einzige Klasse der gesamten Schule ein eigenes Klassenzimmer. Die Klasse wird nur während 23 Wochenlektionen unterrichtet. Die restliche Präsenzzeit wird für die Arbeit an Selbstlernaufträgen eingesetzt. Während diesen sogenannten AA-Lektionen (autonomes Arbeiten) werden die Schülerinnen und Schüler durch die Lehrpersonen individuell gecoacht. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und dokumentieren ihren Lernprozess in Form eines Lernportfolios. Und: Die Klasse verbringt nur 20 Unterrichtswochen an unserer Schule und nach den drei Prüfungswochen rund um die Frühlingsferien verabschieden sie sich schon wieder in Richtung PH.

 

Das Institut für externe Schulevaluationen(IFES) überprüfte im Schuljahr 17/18 unsere Schule.
Das Ergebnis ist erfreulich, der Bericht ist auf unserer Website aufgeschaltet.

 

Der Aufbruch in die nächste Etappe der digitalen Transformation manifestierte sich im Schuljahr 17/18 mit der Erarbeitung eines Konzepts, der Bildung einer spezifischen Arbeitsgruppe und einem Supportteam, der Einführung von Bring your own device für Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen und einer grossen Anzahl von Weiterbildungen im Bereich Software. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob es der Schule gelingt, nicht nur mit der Entwicklung Schritt zu halten, sondern auch aus der digitalen Transformation einen Mehrwert für die Bildung zu generieren. Ich freue mich über das grosse Engagement der Lehrpersonen in dem weitgreifenden Projekt. – Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

 

Hans-Ueli Ruchti, Rektor

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Bericht des Rektors Hans-Ueli Ruchti


Wir blicken auf ein reiches Schuljahr zurück. Es ist gekennzeichnet durch einige Sonderanlässe, eine grosse Klärung im Baubereich, einen unliebsamen Entscheid für die Wirtschaftsmittelschule, einen glücklichen Entscheid für die Fachmittelschule, eine externe Evaluation und einen grossen Aufbruch in die nächste Phase der digitalen Transformation.

 

Text Rektor Hans-Ueli Ruchti

Illustration Monia Müller, 17gT

 

Bildung benötigt Zeit für die Vermittlung von Inhalten, für Wiederholungen und Vertiefungen, fürs Hinterfragen und den Prozess der Internalisierungen. Wir schätzen uns glücklich, dass die Gesellschaft trotz knapper Mittel nach wie vor bereit ist, diese grosse Investition in die zukünftige Lebensqualität zu tätigen. Dank einem fähigen und motivierten Kollegium und einer engagierten Schülerschaft verliefen die allermeisten Unterrichtslektionen erfreulich und die Lernziele konnten, soweit ich dies anhand der Zeugnisse und Abschlussprüfungen beurteilen kann, weitgehend erreicht werden.

 

Die Sonderwochen und Sonderanlässe sind eine wesentliche Ergänzung im Bildungsprozess und für viele Schülerinnen und Schüler Highlights im Schuljahr, die häufig zu unvergesslichen Erinnerungen an die Gymer-, bzw. FMS-, bzw. WMS-Zeit werden.

 

Bezüglich der Schulraumplanung sind wir mit düsteren Aussichten ins Schuljahr 17/18 gestartet, weil im April 2017 bekannt wurde, dass die mit der Fusion verbundenen, dringend notwendigen baulichen Massnahmen ein weiteres Mal hinausgeschoben werden sollen. Die angekündigte Verschiebung, bzw. Entfernung des Bauprojekts aus der aktuellen mittelfristigen Finanzplanung hat viele Entwicklungsprojekte und die ganze Entwicklungsrichtung der Schule in Frage gestellt  und die Aussichten auf verbesserte Rahmenbedingungen unter sich begraben. Die Verunsicherung der Belegschaft war deutlich spürbar, die Klärung der Situation erhielt eine hohe Priorität. Die Verhandlungen um eine Wiederaufnahme des Bauprojekts in die Finanzplanung waren aufwändig und mitunter zermürbend. Umso glücklicher sind wir heute über das Ergebnis, das im April 2018 – genau ein Jahr später – feststand: Die beiden Standorte sollen nun definitiv mit Bezugstermin 2025 am Standort Schadau zusammengeführt werden.

Ich bedanke mich gerne an dieser Stelle bei all den Personen in den Ämtern, in der Politik, in der Kommission und natürlich im Kollegium, die die Schulleitung in diesem Prozess unterstützt haben. Der Schulbetrieb und die Schulentwicklung profitieren wesentlich von der nun geklärten Situation.

 

Die Wirtschaftsmittelschule (WMS) musste einen unliebsamen Entscheid hinnehmen.
Wir haben für den Erhalt des Angebotes gekämpft und geweibelt. Leider hat es nichts genützt. Aufgrund der seit rund drei Jahren knappen Aufnahmezahlen an die WMS hat der scheidende Erziehungsdirektor, Regierungsrat Bernhard Pulver, den drohenden Schliessungsentscheid für den Bildungsgang im Mai 2018 getroffen. Die WMS Thun startet demgemäss im August 2018 ihre letzte neue Klasse. Die bestehenden Klassen können trotz des Entscheides ihre Ausbildung bis am Schluss hier an der WMS Thun beenden. Dies bedeutet, dass im Sommer 2022 die letzten BM- und EFZ-Ausweise abgegeben werden.

Mit viel Engagement und Überzeugung ist über die vergangenen knapp 10 Jahre die Neuausrichtung der Wirtschaftsmittelschule als Vollzeitschule mit Berufsabschluss kaufmännisches Fähigkeitszeugnis kombiniert mit der Berufsmaturität in die Wege geleitet worden. Just jetzt will es der Arbeitsmarkt, dass sich das Berufsbild Kauffrau/Kaufmann stark wandelt. Dies zeigt sich eben auch dahingehend, dass die Anzahl der Ausbildungsverhältnisse im gesamten kaufmännischen Berufsfeld rückläufig ist. Die Vollzeitangebote bekommen dies verstärkt zu spüren. Es tut weh, nach fast vierzig Jahren Handels- und später Wirtschaftsmittelschule diesen Ausbildungszweig aufgeben zu müssen.

 

Die Fachmittelschule (FMS) durfte einen glücklichen Entscheid entgegennehmen.
2016 wurde im Kanton Bern die Fachmaturität Pädagogik eingeführt. Dieses vierte FMS-Jahr, bestehend aus einem 6-wöchigen Vorpraktikum, 23 Wochen allgemeinbildendem Unterricht mit immersiven Elementen und einer Fachmaturitätsarbeit, öffnet den Absolventinnen und Absolventen den Weg ans Institut für Vor- und Primarschule (IVP) an der Pädagogischen Hochschule. Als Standort für den allgemeinbildenden Teil der Fachmaturität Pädagogik wurde zunächst Biel festgelegt. Die Nachfrage stieg kontinuierlich und als klar wurde, dass im Schuljahr 18/19 drei Klassen eröffnet werden können, wurde das Angebot auf die Standorte Bern und Thun erweitert. So dürfen wir nun nach den Herbstferien die erste Fachmaturitätsklasse Pädagogik – die 18fMA – bei uns begrüssen. Wir freuen uns!

Die Klasse 18fMA ist in vielerlei Hinsicht eine besondere Klasse: So hat sie als einzige Klasse der gesamten Schule ein eigenes Klassenzimmer. Die Klasse wird nur während 23 Wochenlektionen unterrichtet. Die restliche Präsenzzeit wird für die Arbeit an Selbstlernaufträgen eingesetzt. Während diesen sogenannten AA-Lektionen (autonomes Arbeiten) werden die Schülerinnen und Schüler durch die Lehrpersonen individuell gecoacht. Die Schülerinnen und Schüler reflektieren und dokumentieren ihren Lernprozess in Form eines Lernportfolios. Und: Die Klasse verbringt nur 20 Unterrichtswochen an unserer Schule und nach den drei Prüfungswochen rund um die Frühlingsferien verabschieden sie sich schon wieder in Richtung PH.

 

Das Institut für externe Schulevaluationen(IFES) überprüfte im Schuljahr 17/18 unsere Schule.
Das Ergebnis ist erfreulich, der Bericht ist auf unserer Website aufgeschaltet.

 

Der Aufbruch in die nächste Etappe der digitalen Transformation manifestierte sich im Schuljahr 17/18 mit der Erarbeitung eines Konzepts, der Bildung einer spezifischen Arbeitsgruppe und einem Supportteam, der Einführung von Bring your own device für Schülerinnen und Schüler und Lehrpersonen und einer grossen Anzahl von Weiterbildungen im Bereich Software. In den nächsten Jahren wird sich zeigen, ob es der Schule gelingt, nicht nur mit der Entwicklung Schritt zu halten, sondern auch aus der digitalen Transformation einen Mehrwert für die Bildung zu generieren. Ich freue mich über das grosse Engagement der Lehrpersonen in dem weitgreifenden Projekt. – Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

 

Hans-Ueli Ruchti, Rektor

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